| Hymnen 2003 Konzept |
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Ein musikalisch-pseudopatriotischer Abend Die Marseillaise kennt wohl jeder. Aber die Nationalhymne von Indien? Oder Kuwait? Wer weiß schon, dass nahezu alle Nationalhymnen nur so strotzen mit brutalen Sprachbildern? Es geht um Blut, Ruinen und Rache. Und Rechte. Etwa der Urheberrechtsstreit, der sich um die Nationalhymne der DDR entfachte und der schließlich die beiden Streitenden zu einem Vergleich zwang, da einwandfrei nachgewiesen werden konnte, dass beide die Musik eines frühen Lied Hans Albers’ „zitiert“ hatten. Oder wer weiß schon genau um die komödiantischen Verwicklungen, die sich aus dem wiederholten Bedarf nach einer deutschen Hymne ereigneten? »Hymnen« ist ein Arbeitstitel für ein Projekt, dass sich auf der Grundlage von Texten und Musik, die zur Konstruktion von nationaler Identität geschaffen wurden, mit unterschiedlichen Nationalgedanken auseinandersetzt. Schauspieler und Musiker erarbeiten aus dem Material eine szenische Collage. Die spezielle Wahrnehmung des deutschen Nationalgedankens ist dabei genauso Thema, wie etwa die Gleichschaltung Indonesiens oder die Nichtexistenz österreichischen Humors. Es ist ein heiterer, bisweilen nachdenklicher Abend. • • • Text und Musik: Die Texte der Nationalhymnen stammen aus einer Sammlung, die am Institut für Völkerkunde in Köln einmal die Grundlage für eine vergleichende, textanalytische Arbeit gewesen ist. Es handelt sich um circa hundert Hymnen, die in unserem Falle nach ihrer theatralischen Wirksamkeit in den Gesamtzusammenhang eingebettet werden. Es entstehen kleine Szenen um die Geschichte und die Sprachbilder der Hymnen, bzw. des Landes das sie „vertreten“. Die bisherige Planung sieht Bratsche und Saxophon als Bühnenmusik vor. Schauspieler: Es spielen und singen Schauspieler/Innen der Szene NRWs und Berlins. Die Kerngruppe besteht aus zwei Männern sowie einer Frau und wird nach und nach erweitert auf bis zu sechs Schauspieler/Innen. Ein Volk. |
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