| Troilus ohne
Cressida 2000 Textauszug |
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Prolog, tritt in Waffen auf. PROLOG: Das da ist Troja. Griechen rotten sich zusammen, schicken Waffen und Männer nach Athen. Blutrünstige Männer für blutigen Krieg. 69 Fürsten stechen in See: Troja soll geplündert werden. Helena die Entführte zu befreien, derenthalben der Streit begann. Entführte Griechin. Nun läßt sie sich von Paris ficken. Ihr Lager schlagen sie vor Troja auf, noch frisch und unschuldig. Die Tore der Stadt schließen Priams Söhne ein. Griechen und Trojaner. Trojaner und Griechen. Sie setzen es aufs Spiel. Und hier komm ich als Prolog. Glaub‘ weder Autor, noch den Spielern. Gerüstet wie ‘s zum Thema paßt. Um Euch zu sagen, daß wir den Anfang überspringen und in der Mitte nun beginnen. Soweit der Krieg zu zeigen ist. Urteilt selbst, jedoch: Der Sieg liegt jenseits Gut und Böse. Prolog geht ab • • • |
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ERSTER AKT 1. Szene Troja, vor Priamus’ Palast. Troilus sichtlich im Ego geschwächt. TROILUS: Weg mit der Rüstung! Was soll ich kämpfen? Wozu. Wo im Herzen ein grausamer Schmerz wächst. Die ohne Schmerz, die sollen kämpfen. Laßt mich in Ruhe. Troilus allein ist schwach. Die Griechen sind stark. Und geschickt. Stark und geschickt, geschickt wie stark. Ich bin schwächer als die Tränen. Zahmer als der Schlaf. Dümmer als die Einfalt. Ängstlicher als vor der Entjungferung. Ungeschickt wie ein Kind. Gerad will ich etwas sagen, zerreißt es mir das Herz. Geteilt von der Schneide eines Seufzers. Ich schluck‘ ihn runter. Will doch vor Hektor Heldenmut beweisen. Und vor Vater. Überdeckt mit einem Lächeln. Der Seufzer. Doch scheinbar fröhlich ist dunkle Freude, die bald zerbricht. Troilus streichelt sich. Ich verrückt. Vor Liebe. Mein Herz ein offenes Geschwür. Diese Hand. Die allem Weißen Tinte ist. Die weicher als der Flaum der jungen Schwäne. Gegen die die fremde hart und ungeschickt. Wie Schwielen eines Arbeiters. Ich liebe ich, die Wunde die ich mir schlug. Im Fleische dreh‘ ich das Messer. Der Schmerz ist mein. Es wird zum Kampf geblasen. Schweigt! Widerlicher Lärm! Kämpfende Idioten. Helenas Schönheit täglich mit Blut begießen. Ich kann das nicht. Kann nicht kämpfen. Nicht wegen ihr. Für mein Schwert nicht... Mein Schwert. – Kriegslärm, Hektor tritt auf. HEKTOR: Du hier? Wieso kämpfst du nicht? TROILUS: Weil ich nicht dort bin. Die Antwort einer Frau. Was gibt es Neues von der Front? HEKTOR: Paris ist zurück, und verwundet. TROILUS: Wer traf? HEKTOR: Menelaos. TROILUS: Paris verletzt von Menelaos? Die Wunde leichter zu ertragen, als die Untreue Helenas! Diese Hörner stoßen ihn. Paris lacht ihn aus. Wieder Kriegslärm HEKTOR: Hör doch! Es geht weiter. Mann gegen Mann. TROILUS: Ich wollt ich stände meinen Mann. Hieß nur »Ich könnt« »Ich kann«! Da draußen... Willst du hin? HEKTOR: Alsbald als möglich. TROILUS: Dann gehen wir zu zweit. Beide ab • • • |
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[..] 3. Szene Lager der Griechen. Vor Agamemnons Zelt. Trompeten. Es treten auf: Agamemnon, Ajax und Ulysses. AGAMEMNON: Fürsten, Was treibt euch die Gelb ins Gesicht? Der Plan kaputt. Das Ziel verfehlt. Nach sieben Jahren steht Troja noch. Unglück und Widerstand wie Knoten in den Adern. Gesunde wurden Kranke. So ist’s. Warum also errötet ihr ob eurer Taten. Der Krieg steht am Beginn. Ausdauer ist vonnöten. Ein Schwert kann brechen. Ein Mann kann brechen. Doch der Schwerthieb teilt den Held vom Feigling. Den Schlauen vom Dummen. Den Künstler vom Kretin. Macht und Substanz bleiben. Der Tod entscheidet. |
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