| Yvonne 1999 Konzept |
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Die Verlagerung in eine angeblich glückliche, neureiche Familienatmosphäre gibt dem Stück heute wieder seine politische Bedeutung. Sie raubt ihm die Märchenhaftigkeit, die es nicht notwendig braucht. Gombrowicz Bösartigkeit entspricht der kleiner Kinder: er ist gemein und gehässig. Die Überdrehtheit einiger Szenen muß zurückgeschraubt werden. Nicht diese kleinen Widerwärtigkeiten, sondern eine Welt – die als eigene erkannt werden kann – die gegen Ende (fast) aus den Fugen gerät ist der Kernpunkt des Stückes. Das Lachen über die Schrullen soll einem am Ende im Halse stecken bleiben: Jeder sollte bei sich selber anfangen. Yvonne ist keine Revolutionärin, die gegen eine Gesellschaft rebelliert. Sie ist einfach nur anders und fordert durch ihre Anwesenheit und ihr – nicht einmal provozierend gemeintes – Schweigen die Familie zum Nachdenken über Situation und Verhalten heraus. Die verschiedenen Rituale werden durch familienadäquate ersetzt. Das Verbeugen wird durch Händeschütteln ersetzt, das Yvonne verweigert. Ebenso in Akt 3 das Verbeugen von Phillip vor seiner Mutter und dem Onkel. Der Hofstaat wird zu Nachbarn. Die Krone wird durch ein Kreuz an der Wand zwischen den Familienwappen ersetzt. Das Bankett wird zu einem Familienessen. Christliche Demut ersetzt das Höfische. Schweigen bleibt Schweigen. |
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